SC Amaliendorf - SC Herzogenburg 0:3 (0:3)

U 23: 1:2 (0:1) Tore: N. Akdemir, Heiderer

Nach starkem Beginn erzielt unsere U 23 rasch den Führungstreffer. Ein Corner samt Florian Heiderers Kopfball und der Abwehr des Keepers werden zur Vorlage für Nufel Akdemir, der aus kurzer Distanz abstaubt. Fortan verschieben sich die Spielanteile zugunsten der Gastgeber, die hieraus jedoch kein allzu großes Kapital schlagen können. So bleibt ein Abschluss knapp neben den linken Pfosten das Gefährlichste in Durchgang 1. Ein ähnliches Bild nach dem Seitenwechsel. Nun können die Heimischen allerdings weitaus gefährlichere Gelegenheiten kreieren. So lassen sie zwei Mal das Aluminium erzittern und scheitern an guten Paraden von Moritz Pauser, ehe abermals ein Eckball für einen Treffer sorgen sollte. Kurz abgespielt schlägt Florian Heiderer den Haken, ehe er die Kugel prachtvoll von der linken Strafraum-Begrenzung ins rechte Eck zirkelt. Bravo, Burschen!

KM: Dietl; Mühlbacher, Steinwendtner, Lacic; Brcak, Pejic (77. Isik S.), Leimhofer (67. Fürst F.), Ersoy (86. Heiderer), Pikulik; Eggenfellner, Jankto

Spielbericht der KM - wie gewohnt - unter "weiter zum ganzen Eintrag".


Auf der Anreise zum heutigen Spielort durchquert man viele beschauliche Dörfer und weiträumige Grünflächen, auf denen sich oftmals ein mächtiger Rehbock oder andere fabelhafte Wildtiere erspähen lassen. Bereits Stunden vor dem Ankick hat der Osterhase seine „Eier“ auf dem saftigen Grün des weiß linierten Spielfeldes der Sportanlage zu Amaliendorf gelegt. Welche Sportskameraden besonders schlimm „gepeckt“ werden sollten, werden wir in den kommenden 90 Minuten erfahren.

2. Minute: Die erste „Duftmarke“ dieser Begegnung resultiert aus einem ruhenden Ball, welcher an den kurzen Pfosten segelt. Dort lernt er den Schuh eines Heimischen kennen, welcher ihn schnurstracks ins Fangnetz jagt.

8. Minute: Eine Flanke Norbert Janktos wird immer länger und länger. Mit seinen Fingerspitzen kann der Keeper einen Treffer unseres Stürmers (vorerst) verhindern.

10. Minute: Nämlich für exakt 120 Sekunden. Dann schlägt unsere Knipser eiskalt zu! Zusammen mit Tobias Eggenfellner bringt er einen Amaliendorfer in Bedrängnis. Dieser „kapituliert“ relativ rasch und überlässt unsere Nummer 7 den Ball. Es folgt der Pass auf die linke Außenbahn, ein paar schnelle Schritte in den Sechzehner und der platzierte Abschluss zur 0:1-Führung.

11. Minute: Sichtlich geschockt unterschätzt die heimische Defensiv-Kette Norbert Janktos Antrittsschnelligkeit. Nach einem hohen Ball aus unserer Hälfte enteilt er seinem Bewacher, zieht abermals in den Strafraum, um einen raschen Doppelpack zu schnüren. Lediglich der blitzartigen Reaktion ihres Schlussmannes verdanken die Gastgeber die Verhinderung eines zweiten Verlusttreffers.

17. Minute: Die Waldviertler bekommen einen Freistoß in aussichtsreicher Position zugesprochen. So vielversprechend die 20 Meter Entfernung zu Reinhard Dietls Gehäuse wirken, so fahrlässig geht der Schütze mit dieser Chance um, sollte doch abermals lediglich das große Netz hinter der Toroutlinie wackeln.

24. Minute: Norbert Jankto probiert es aus der Distanz. Das Leder streicht haarscharf am linken Pfosten vorbei.

26. Minute: Ideales Timing und eine Prise Glück zeichnen sich für den ersten brandgefährlichen Angriff des Tabellen-Zweiten verantwortlich. Der linke Flügelflitzer bedankt sich für den Lochpass mit einem flotten Sprint auf unseren Kasten. Die Kugel möchte er im kurzen Eck versenken. Eigentlich keine schlechte Idee, doch wir haben einen Reinhard Dietl zwischen den Pfosten stehen. Mit einem sensationellen Reflex lässt er den Torschrei der heimischen Anhängerschaft in den Kehlen verstummen und bremst das Geschoss zunächst mit seinem rechten Fuß, um es anschließend unter seinem Körper zum Stillstand zu bringen.

28. Minute: Vom rechten Strafraumeck zieht ein Amaliendorfer ab. Halbhoch, scharf und aufs lange Eck platziert. Wie die Geschichte enden wird, wissen wir bereits, als der Ball auf Reisen geschickt wird. Reinhard Dietl segelt durch die Lüfte und pariert die Kugel souverän zur Seite.

30. Minute: „Wer vorne die Chancen nicht verwertet, bekommt sie!“. Eine altbekannte Weisheit bewahrheitet sich in diesen Momenten einmal mehr. Grenzgenialer hoher Ball von Ivan Pikulik auf Norbert Jankto, welcher den Turbo zündet, mit einem Haken zur Mitte seinen letzten Gegenspieler düpiert und das Runde ins lange Eck hämmert. So schön kann Fußball sein! Neuer Spielstand: 0:2.

36. Minute: Markus Mühlbacher bedient Norbert Jankto. Dieser lässt an der Strafraumgrenze für Tobias Eggenfellner prallen. Ein wagemutiger Verteidiger verhindert einen gefährlichen Abschluss unserer Nummer 7.

39. Minute: Der zweite „Assist“ für Tobias Eggenfellner am heutigen Tag. Mit einem guten Dribbling samt herrlicher Drehung tankt er sich in den Strafraum durch, wo er von einem Bein eines in rot gekleideten Sportskameraden unsanft zu Fall gebracht wird. Den fälligen Elfmeter verwandelt Ivan Pikulik sicher zum 0:3 im rechten unteren Eck.

44. Minute: Eine Flanke findet seinen Abnehmer an der zweiten Stange. Den daraus resultierenden Kopfball klärt Benjamin Steinwendter kurz vor der eigenen Torlinie.

Und dann ertönt auch schon der Halbzeitpfiff. Während die Anzeigetafel den höchsterfreulichen Pausenstand von 0:3 anzeigt und der Stadionsprecher die Ergebnisse der Verlosung verkündet, ahnt noch niemand nur im Geringsten den historischen Eintrag des Anstoßes zur zweiten Hälfte in den Geschichtsbüchern des österreichischen Fußballs. Wenn der Schiri anpfeift, aber kein Ball am Punkt des Mittelkreises liegt, kann man dies ja nicht unbedingt als alltägliches Erlebnis bezeichnen. Sei´s drum, kurz darauf jagen die 22 Akteure wieder ihrem geliebten Ball nach.

48. Minute: Die rechte Außenbahn des Gastgebers bewahrt das Leder vor einem Überschreiten der Seitenoutlinie und wird für diesen Einsatz mit einer prachtvollen Flanke ins Zentrum belohnt. Dort mutiert der Volley-Abschluss jedoch zum „Edel-Roller“ und bedarf somit bei der Bändigung keiner spektakulären Glanztat unseres Kapitäns.

52. Minute: Aus rund 10 Metern jagt ein Amaliendorfer das Leder fahrlässig auf flachem Wege an der linken Stange vorbei.

59. Minute: Andrej Brcak erobert den Ball im Mittelfeld. Es folgt das Zuspiel auf Norbert Jankto, ehe dieser das Leder per „Stangler“ mustergültig an den Absender retournieren will. Ein Fuß eines Amaliendorfers verhindert einen möglichen Treffer unseres „Abräumers“ im letzten Moment.

62. Minute: Ein Freistoß wird den Waldviertlern beinahe zum Verhängnis, als sich Norbert Jankto den Ball schnappt, mit ihm über das halbe Feld sprintet und sich bis kurz vor dem Abschluss nicht mehr von ihm trennen zu scheinen möchte. Den folgenden Corner samt Kopfball von Denis Lacic klärt ein Verteidiger auf der Linie, ehe Markus Mühlbacher beim zweiten Ball Ivan Pikuliks am höchsten steigt und diesen knapp neben den Kasten setzt.

65. Minute: Eine „Verzweiflungstat“ der Amaliendorfer wird lediglich für die Glasflächen der angrenzend geparkten Fortbewegungsmittel  der Zuschauer gefährlich.

69. Minute: „Der war sicher schon über der Seitenoutlinie“, denkt sich ein Heimischer und fängt das Leder mit beiden Händen, um - zu seinem blanken Entsetzen – festzustellen, dass der Linienrichter die Fahne noch gar nicht gehoben hat.

81. Minute: Weniger schmunzeln lässt sich über ein Frustfoul eines Heimischen. Mit offener Sohle voran und ohne Chance auf den Ball „mäht“ er Hakan Ersoy nieder. Reumütig und dankbar ob der ausgebliebenen vorzeitigen Beendigung seines Arbeitstages zeigt er sich nicht, sondern deklariert sein Vergehen anschließend in der „druckreifen Version“ als „harmloses Vergehen“.

90. Minute: In den letzten Zügen bugsiert Amaliendorfs Stürmer das Runde doch noch ins Eckige. Und das per ansehnlichen Heber. Zum Leidwesen aller Anhänger der Waldviertler ist kurz zuvor ein Abseitspfiff über das Spielfeld gehallt.

Kurz danach beendet der Schiedsrichter die heutige Begegnung und unsere Elf darf die Jubeltraube bilden, um all ihren Emotionen nach diesem 0:3-Sieg freien Lauf zu lassen.

Manuels Fazit: Man verzeihe die Wortwahl, aber einfach nur geil! Speziell im ersten Durchgang lieferte unsere Elf eine fantastische Leistung ab. Hinten hauchte unsere Verteidigung Amaliendorfs „kreativen Geistern“ mit ihrem kompakten und konsequenten Abwehrverhalten das letzte Quäntchen an offensiver Energie aus, während unsere Stürmer-Reihe die sich bietenden Räume perfekt und eiskalt ausnutzte. Und kamen die Heimischen einmal gefährlich vor unser Gehäuse, fanden sie ihren Meister spätestens in Person von Reinhard Dietl. In Durchgang Zwei schaltete unser Team legitimerweise einen Gang zurück, ohne jedoch die Kontrolle über die Partie zu verlieren. Die Frustration des Gastgebers ob unseres Abwehrverhaltens und der eigenen Ideenlosigkeit nahm von Minute zu Minute zu und so sank der Unterhaltswert dieser Partie exponentiell nach unten. Dies tangiert oder schmälert die fantastische Leistung unserer Akteure am heutigen Tag jedoch nicht. Bravo, Burschen!

In diesem Sinne wünsche auch ich allen Spielern, Betreuern, Fans und Funktionären ein frohes Osterfest!




von Manuel Figl, 20.04.2019